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| 11.12.2017

Eisenwerte erklärt

Bei Routineuntersuchungen oder Krankheitssymptomen macht der Arzt ein Blutbild. Hier kann er auch sehen, wie es um ihr Eisen steht. Doch was sagen die Eisenwerte?

Ein normaler Hb-Wert kann täuschen

Hb steht für Hämoglobin, ein chemischer Komplex aus dem roten Blutfarbstoff Häm und dem Eiweiß Globin, der auf den roten Blutzellen gebunden ist und ihnen, Dank Eisen im Zentrum, die rote Farbe verleiht und die Fähigkeit Sauerstoff zu transportieren. Der Hb-Wert zeigt, wie gut die roten Blutzellen mit Eisen versorgt sind. Er sinkt allerdings erst, wenn die Eisenspeicher leer sind, denn die halten ihn zugunsten der Blutbildung bis zum Schluss aufrecht.

Aussagekräftig: Die Eisenspeicher

Eisen wird im Körper durch Ferritin gespeichert, ein Hohlkugel ähnliches Eiweiß mit bis zu 4500 Eisenteilchen im Innern. Ferritin gilt als sensibelster Marker für die Eisensituation, denn die Werte im Blut repräsentieren die im Gesamtkörper vorhandenen Vorräte und die sinken sofort, wenn dem Körper Eisen fehlt.

Blick hinter die Kulissen

Zusatzinformationen gibt die Eisentransportsituation: Eisen wird aus der Nahrung im Dünndarm aufgenommen und an das Blut abgegeben. Hier übernimmt Transferrin, ein Transportprotein, das zirkulierend die Körperzellen mit Eisen versorgt. An den Zellen angelangt, wird es mitsamt Eisen über den Transferrin-Rezeptor aufgenommen, der anteilig auch von den Zelloberflächen verloren geht und frei im Blut schwimmt (löslicher Transferrin-Rezeptor). Aus diesem Szenario kann der Arzt weitere Anhaltspunkte zum Eisenhaushalt gewinnen. Das ist wichtig, weil zum Beispiel der Ferritin-Wert im Alter oder bei Entzündungen erhöht sein kann und dann trügerisch gute Werte liefert.

Bei Eisenmangel findet das Transportprotein Transferrin im Blut kaum Eisen zum Binden. Die Sättigung (Serum-Eisen/Serum-Transferrin)  ist niedrig. Sehr niedrige Werte sprechen für eine Blutarmut. Fehlt es an Eisen bilden die Körperzellen auf ihren Oberflächen mehr Transferrin-Rezeptor, um mehr Eisen aus dem Blut zu „erhaschen“. Dadurch steigt auch die Konzentration des löslichen Rezeptors im Blut. Weil Alter und Entzündungen hierauf keinen Einfluss haben, wird die Konzentration des löslichen Transferrin-Rezeptors gern als Zusatzinformationen bei fraglichen Hb- und Ferritin-Werten herangezogen.

Normal oder kritisch?

Wert (Abkürzung)                            normal            Blutarmut durch Eisenmangel (Eisenmangelanämie)

Hb-Wert (Hb)                                     12,3-16 g/dl             < 12 g/dl

Ferritin                                              30-112 µg/l              < 12 µg/l

Transferrin-Sättigung (tf-Sat/TfS)        16-45%                   < 16%

Löslicher Transferrin-Rezeptor             1,9-4,4 mg/l             > 5 mg/l

 

Quellen

  • Nielsen, P.: Eisen – Pharmakotherapie von Eisenmangel und Eisenüberladung. Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsevier, 12. Auflage. Nach einer Neupublikation von Nielsen
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Floradix® mit Eisen, Wirkstoff: Eisen(II)-gluconat. Anwendungsgebiet: Bei erhöhtem Eisenbedarf, wenn ein Risiko für die Entstehung eines Eisenmangels erkennbar ist. Ein erhöhter Eisenbedarf besteht insbesondere bei erhöhtem Eisenverlust, z. B. bei der Menstruation. Weiterhin besteht ein erhöhter Eisenbedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie in der Erholungszeit nach Krankheiten. Enthält Fructose und Invertzucker. Bitte Packungsbeilage beachten.Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.